Als sich das kapitalistische Westdeutschland 1990 mit der ehemaligen sozialistischen DDR vereinigte, sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, um die Ängste vor der wirtschaftlichen Zukunft eines wiedervereinigten Deutschlands zu besänftigen, dass Ostdeutschland zu „blühenden Landschaften“ werde. Im Nachhinein wird allgemein anerkannt, dass die Regierung zum Zeitpunkt der Erklärung bereits wusste, welche drastischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen die Wiedervereinigung mit sich bringen würde. Das Bundesministerium für Blühende Landschaften (BMBL) greift dieses Versprechen auf.

30 Jahre nach der Wiedervereinigung beleuchtet das BMBL die gegenwärtige Situation in Ost- und in Westdeutschland. Welche Erfolge wurden erzielt, welche Probleme und Enttäuschungen gibt es (noch)? Diese Fragen sollen eng an der Geschichte und Entwicklung der Städte behandelt werden in denen das Ministerium „Station“ macht. Denn das BMBL ist ein nomadisches Ministerium, dass sich von Stadt zu Stadt bewegt, um vor Ort gemeinsam mit den Menschen ihre Umwelt zu gestalten.

Das BMBL ist als eine Art offenes Besucherzentrum eingerichtet in dem verschiedene Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden und Filmabende stattfinden, die gemeinsam mit Akteuren vor Ort entwickelt und durchgeführt werden, um die spezifischen Herausforderungen der Städte offenzulegen. Mit dem BMBL sollen nicht nur Fragen aufgeworfen, sondern auch Lösungen und Denkansätze gefunden werden, die zu einer positiven gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Städte und Regionen beitragen. 

Der Auftrag des Ministeriums ist vom Parlament formuliert worden. Darin wurde der Rahmen für diese Behörde festgelegt. Hier die drei wichtigsten:

Ein nomadisches Ministerium (sprich: es zieht von Ort zu Ort), das sich in ‚Brachen‘ begibt (immer dorthin, wo der Minister und sein Mitarbeiterstab Notwendigkeiten für Change-Prozesse eruieren)

Ein modifizierendes Ministerium (sprich: es verändert sich in seiner Struktur und seinen Tätigkeiten stetig und entwickelt sich weiter), das mit Kooperationspartnern und Bewohner:innen vor Ort seine Methoden und Handlungsweisen anpasst und damit ortsspezifisch agiert 

Ein transparentes und lernendes Ministerium (sprich: es macht seine Prozesse öffentlich und reflektiert Ergebnisse), das erworbene Erfahrungen integriert und weiterträgt

Bundesminister Daniel Theiler leitet das Ministerium. Er wird von den Staatssekretär:innen unterstützt.


Daniel Theiler

Bundesminister für Blühende Landschaften

Seit dem 22. August 2018 ist Daniel Theiler Bundesminister für Blühende Landschaften.

Arbeitete in einer Bonner Videothek, bevor er 2002 nach Berlin zog, wo er sein Abitur machte.

Das Studium der Architektur an der Technischen Universität Berlin mit Stationen in Zürich und Glasgow schloss er 2010 mit einer Diplomarbeit über städtischen Wohnungsbau ab. Nach der anschließenden Arbeit in Architekturbüros folgte die Selbständigkeit als freier Architekt und 2018 schließlich der Sprung in die Bundespolitik.

Geboren wurde Daniel Theiler am 24. Mai 1981 in Bonn.

Constanze Müller

Staatssekretärin im Bundesministerium für Blühende Landschaften

Studierte Kunstpädagogik und Germanistik an der Universität Leipzig. 

Ihr thematischer Fokus liegt auf den Entwicklungen von urbanen Räumen und deren sozialen Herausforderungen, Wende- und Nachwende-Erfahrungen sowie auf sozialpolitischen und gesellschaftskritischen Themen – oftmals mit einem interdisziplinären Ansatz.

Geboren wurde Constanze Müller 1983 in Leipzig.

Simon Korn

Staatssekretär im Bundesministerium für Blühende Landschaften

Simon Korn ist Architekt und Stadtentwickler, leitet und begleitet seit 2018 mit Beteiligungsformaten, Workshops und Bau-Aktionen diverse Stadtentwicklungsprojekte in Sachsen.

Simon Korn studierte von 2007 bis 2015 Architektur und Städtebau in Hamburg, Rom und Leipzig mit dem Fokus auf revitalisierende und partizipative Stadtentwicklung. Seine Abschlussarbeit zeichnet ein Zukunftskonzept für die stark geschrumpfte Mittelstadt Greiz im thüringischen Vogtland und wurde u.a. mit dem 2. Preis der sächsischen Bauindustrie ausgezeichnet.

Geboren wurde Simon Korn am 12. Februar 1986 in Hamburg.

Hannah Waniek

Staatssekretärin im Bundesministerium für Blühende Landschaften

Hannah Waniek ist Studentin der Kunst- und Medienwissenschaften an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Ihr Interessenschwerpunkt liegt auf den Beziehungen zwischen bildender Kunst, das betrifft frühneuzeitliche sowie zeitgenössische Werke, und gesellschaftlichen Prozessen. So beschäftigt sich sich momentan mit postkolonialen und gender-sensibilisierenden Praktiken. Dabei ist ihr eine inklusive und kollektive Vermittlungs- und Zusammenarbeit wichtig.

Geboren wurde Hannah Waniek 1999 in Kiel.

Luise Kropp

Staatssekretärin im Bundesministerium für Blühende Landschaften

Luise Kropp ist Studentin der Architektur an der TU Dresden. 

Neben dem Architekturstudium hat Luise Kropp 2021 einen Bachelorabschluss in Psychologie gemacht. Für sie steht der menschliche Maßstab bei Planungsfragen im Mittelpunkt. Ihr ist es wichtig, Räume zu erschaffen, welche gestalterischen, soziologischen und psychologischen Kriterien gleichermaßen entsprechen. 

Geboren wurde Luise Kropp 1995 in Volkmarsen.

Jonathan Theis

Staatssekretär im Bundesministerium für Blühende Landschaften

Jonathan Theis ist Student der Architektur an der TU Dresden. 

Architektonisch interessiert Jonathan Theis vor allem das Planen im großen und ganz kleinen Maßstab: Vom Wohnen auf kleinster Fläche zu alternativen Wohnformen bis zu urbanen Minimaleingriffen und der Stadtplanung. Neben dem Studium steckt er diese Leidenschaft in Projekte in einem jungen Berliner Büro um.

Geboren wurde Jonathan Theis 1998 in Herdecke.